Fichte
Fichte (1762–1814) — Alles beginnt beim Ich
Teil von Deutscher Idealismus. Radikalisiert Kant nach innen: alles
gründet im Ich.
Kernaussage
Fichte ist der Idealist der Freiheit und Tätigkeit. Sein „absolutes Ich" ist
kein persönliches Ego und keine Substanz, sondern die **allgemeine Struktur des
Wissens und Selbstbewusstseins**.
Wissenschaftslehre — Fundament allen Wissens
Fragt nach dem gemeinsamen Nenner allen Wissens. Vernunftuniversalismus: „Wir
können voneinander lernen, weil wir die Fähigkeit zu wissen mit allen Menschen
teilen" (Gabriel, Ich ist nicht Gehirn). Alles endliche Wissen beruht auf einem
absoluten Grundsatz.
Das absolute Ich & die Tathandlung
Das absolute Ich = transzendentales Selbstbewusstsein, NICHT eine allumfassende
Substanz (häufigstes Missverständnis). Tathandlung: Das Ich ist kein Ding,
das dann handelt — sein Sein ist seine Tätigkeit. „Ich bin, weil ich mich setze."
Die drei Grundsätze — Ursprung der berühmten Triade
1. Das Ich setzt sich selbst (These)
2. Das Ich setzt sich ein Nicht-Ich entgegen — Welt/Objekt (Antithese)
3. Ich und Nicht-Ich begrenzen sich wechselseitig im Ich (Synthese)
→ Das Schema These–Antithese–Synthese stammt von Fichte, nicht von Hegel!
Vgl. Hegels Relevanz heute - Dialektik und Anerkennung (bei Hegel kommt die
Triade gar nicht vor).
Der Kern: Freiheit
Das Ich ist fundamental aktiv und moralisch. Die Welt (Nicht-Ich) ist der
Widerstand, an dem sich die Freiheit abarbeitet. Primat der praktischen Vernunft.